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Mobbing im Büro im Zeitalter von Facebook & Co

Das Internet hat unser Leben komplett verändert und wird auch in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten im Rahmen der Digitalisierung zu zahlreichen Fortschritten und Erleichterungen führen. Online-Shopping, Reise- und Hotelbuchungen oder die Kommunikation über soziale Netzwerke sind nur einige der Dinge, die das Internet ermöglicht. Doch gerade im Bereich der sozialen Medien bringt die Online-Welt auch Schattenseiten mit sich.

So wird das Thema Mobbing am Arbeitsplatz in Zeiten von Facebook, Instagram und anderen sozialen Medien zu einem immer größeren Problem. Im nachfolgenden Artikel gehen wir von der Kanzlei RA Rainer Sebel aus Berlin-Friedrichshain näher auf dieses Thema ein. Wir zeigen auf, ab wann man im Internet von Mobbing spricht und erklären Ihnen, welche Pflichten der Arbeitgeber im Bereich des Mobbings am Arbeitsplatz hat.

Welche Probleme entstehen durch Internet und Social Media im Bereich des Mobbings?

Mobbing ist ein gesellschaftlich weit verbreitetes Problem. Es tritt in nahezu allen Altersgruppen und sozialen Schichten auf. Auch am Arbeitsplatz kommt es immer wieder zu Mobbingfällen, die für Betroffene zu einer psychischen Ausnahmesituation werden können. In der Vergangenheit war es so, dass Mobber offline aktiv werden mussten und dabei nur schwer anonym bleiben konnten. Das hat sich durch das Internet und die sozialen Medien grundlegend geändert.

Durch Social Media ist es für Täter rund um die Uhr möglich, ihre Opfer online bloßzustellen. Die Problematik ist umso größer, da die Taten öffentlich sichtbar sind und die Täter dennoch anonym bleiben können. Im Internet bzw. den sozialen Medien kann sich jeder einen anonymen Account erstellen und gezielt beispielsweise Arbeitskollegen beleidigen oder bedrohen. Der Algorithmus der sozialen Medien sorgt letztlich dafür, dass das Mobbingopfer vor einer großen Anzahl an Menschen online bloßgestellt wird.

Da das Internet niemals Daten löscht bzw. vergisst, leidet ein Opfer auch Jahre später noch an den Attacken. Zudem sind die Möglichkeiten für Täter im Internet fast unbegrenzt. So können sie Facebook, Instagram, Chats, Messenger und viele andere Kanäle nutzen, um ihre Opfer systematisch zu schikanieren.

Ab wann handelt es sich online um Mobbing?

Viele Betroffene, die am Arbeitsplatz bzw. im Internet gemobbt werden, fragen sich, ab wann es sich tatsächlich um Mobbing handelt. Grundsätzlich ist Mobbing klar definiert:

Online-Mobbing oder auch Cyber-Mobbing wird ausgeübt, sobald eine Person vorsätzlich über einen längeren Zeitraum

  • beleidigt,
  • bedroht,
  • bloßgestellt
  • oder belästigt wird

und dies über das Internet bzw. mobile Dienste geschieht.

Wichtig ist dabei, dass es sich nicht um einen einmaligen Vorfall handelt. Wenn Sie also am Arbeitsplatz mit Cyber-Mobbing konfrontiert werden und sich die Angriffe gegen Sie über mehrere Tage bzw. Wochen hinziehen, sollten Sie unbedingt aktiv werden. Der Arbeitgeber hat in diesem Fall zahlreiche Pflichten, um Sie zu schützen.

Mobbing im Büro – ab wann muss der Arbeitgeber eingreifen?

Wenn Sie im Büro bzw. am Arbeitsplatz Opfer von Mobbing geworden sind oder online laufend von Arbeitskollegen beleidigt bzw. belästigt werden, so muss der Arbeitgeber eingreifen. Grundlage für die Pflicht des Arbeitgebers sind die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers, welche nach Art. 1 und 2 des Grundgesetzes geschützt werden müssen. Erfährt ein Arbeitgeber, dass einer seiner Mitarbeiter Opfer von Mobbing bzw. Cyber-Mobbing geworden ist, so hat er Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die Opfer zu schützen.

Erfährt der Arbeitgeber von einem Mobbingfall am Arbeitsplatz und ergreift keine Gegenmaßnahmen, so können Sie als Opfer sogar Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld verlangen. Der Arbeitgeber wiederum kann den Täter abmahnen, versetzen oder in besonders schlimmen Fällen sogar fristlos kündigen.

Welche Beispiele für Online-Mobbing am Arbeitsplatz gibt es?

Die Zahl der Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz über soziale Medien nimmt stetig zu. Aktuelle Studien zeigen, dass ca. 25 % der Arbeitnehmer bereits Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz geworden sind. (Quelle: https://crosswater-job-guide.com/archives/75573/studie-60-der-arbeitnehmer-in-deutschland-erleben-mobbing-am-arbeitsplatz/). Praxisfälle und Beispiele lassen sich leider selten finden, da die Betroffenen oft schweigen.